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Klimaschutz: Neue Nahwärme-Kunden im Stadtzentrum

Verdichtung - der günstige Weg zu klimaschonender Wärme

Ab sofort bekommen zusätzliche Wohnungen im Stadtzentrum von Langenhagen klimaschonende Wärme von EPL ins Haus geliefert. Statt eine neue Heizungsanlage einbauen zu lassen, hat sich eine weitere Wohnungseigentümergemeinschaft entschieden, Nahwärme zu beziehen. Genutzt werden kann dafür das bestehende Nahwärme-Netz „Stadtmitte“, das von der EPL- Energiezentrale Schildhof versorgt wird. Fachleute sprechen hierbei von einer Netzverdichtung, da die Anschlussdichte erhöht wird.

Durch eine neue 150 Meter lange Stichleitung und einen neuen Hausanschluss versorgt die kommunale Energie-Projektgesellschaft Langenhagen (EPL) seit Anfang Juli 2021 die rund 120 Wohneinheiten an der Schönefelder Straße und der Tempelhofer Straße mit Wärme. Die Nahwärme ersetzt eine in die Jahre gekommene Kesselanlage. Bereits im letzten Winter hatte EPL in den Liegenschaften der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) mit einer mobilen Wärmeerzeugungsanlage ausgeholfen, da ein Teil der ursprünglichen Heiztechnik im Sommer 2020 ausgefallen war und eine Instandsetzung nicht mehr wirtschaftlich war. Die thermische Anschlussleistung der Liegenschaft beträgt 600 Kilowatt; damit werden mehr als 8.400 Quadratmeter Gebäudefläche beheizt und die Bewohner mit Warmwasser versorgt.

Effizienter Klimaschutz zum Nachrüsten

„Gerade bei Bestandsgebäuden ermöglicht die klimaschonende Nahwärme-Versorgung mit unseren effizienten Blockheizkraftwerken und durch den Einsatz von regenerativem Biomethan hohe CO2-Einsparungen“, berichtet EPL-Geschäftsführer Dr. Manfred Schüle. Daher habe EPL seit einigen Jahren auf Bestandsgebäude einen besonderen Fokus. „Hier werden mit nur einer Maßnahme dauerhaft große Mengen CO2 eingespart“, sagt Schüle. Somit ließen sich viel schneller Erfolge beim Klimaschutz erzielen, als wenn jeder Immobilienbesitzer eine individuelle technische Lösung realisieren müsste. Auch seien meist keine Änderungen an der Heizungsinstallation in den Häusern erforderlich.

EPL setzt konsequent auf regenerative Energieträger für die Wärmeversorgung und Stromproduktion. Daher ist der Anteil an regenerativer Energie bei EPL deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. Während in Deutschland im vergangenen Jahr die erneuerbaren Energien zu 15 Prozent zur Wärmeversorgung beitrugen, liegt dieser Wert bei EPL durch den Einsatz regenerativen Biomethans bei knapp 40 Prozent. Bei der Energiezentrale Schildhof, die das Nahwärme-Netz „Stadtmitte“ versorgt, beträgt der regenerative Anteil beim Wärmeerzeugung sogar bei 46 Prozent. Dies führe dazu, dass die Nahwärmeversorgung durch EPL in den nun acht Nahwärme- Netzgebieten die wirkungsvollste Klimaschutzmaßnahme in Langenhagen ist. „Überall, wo bereits ein EPL-Nahwärmenetz vorhanden ist, lässt sich die Wärmeversorgung besonders einfach und kostengünstig auf die klimaschonende Nahwärme umstellen“, hebt der EPL-Chef hervor. Im Rahmen von einem Netzverdichtung- Programm spreche EPL gezielt Immobilienbesitzer an, freue sich aber auch über Anfragen.

WEG: nachhaltige Entscheidung

Auch der Vorsitzende des WEG-Beirats Wilhelm O. Behrens freut sich, dass der Nahwärme-Anschluss nun vorhanden ist und die Wärmeversorgung damit zukunftsfähig erneuert wurde. „Wärme und Heizung sind immer sehr emotionale Themen. Dazu kommen noch unterschiedliche wirtschaftlichen Wünsche innerhalb einer WEG, die teilweise sehr stark voneinander abweichen“, erklärt er. Durch die Klimaschutzdebatte, die Preisentwicklung bei fossilen Energieträgern und die unterschiedlichsten, teils sehr komplexen Wärmeversorgungstechniken sei es schwierig, den besten Weg zu finden. „Hier hat uns EPL gut unterstützt und die notwendigen Fakten für eine nachhaltige Entscheidung geliefert“, so Behrens. Aufgrund der positiven Erfahrungen spreche man aktuell mit EPL über eine mögliche Solarstromanlage, mit der auf den Dächern der Gebäude klimaschonend Mieterstrom erzeugt wird. Die Anlage würde mit einer elektrischen Spitzenleistung von rund 100 Kilowatt durchaus zu den größeren in Langenhagen gehören. Dieses Projekt passt sehr gut in die aktuellen Klimaschutz-Pläne der Stadt Langenhagen. So weist Marlies Finke von der Klima- und Umweltschutzleitstelle auf die Notwendigkeit des beschleunigten Ausbaus der Solarenergie zur Erreichung der Klimaziele hin.

Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer betont, dass Langenhagen mit der Nahwärmeversorgung von EPL über einen echten Klimaschutz-Joker verfügt: Die Nahwärme-Netze und die Energiezentralen von EPL seien zwar sehr unscheinbar und fallen im Stadtgebiet nicht auf – doch der Nutzen für den Klimaschutz sei enorm. „Aus heutiger Sicht ist es ein Glücksfall, dass die Stadt Langenhagen vor rund 25 Jahren den Einstieg in die klimaschonende Nahwärmeversorgung wagte und dafür EPL gemeinsam mit den damaligen Stadtwerken Hannover gründete“, hebt er hervor. „Somit haben wir mit EPL ein quasi eigenes Stadtwerk, das unsere energiepolitischen Vorstellungen umsetzt, sehr wirtschaftlich arbeitet und bei dem Kundenorientierung großgeschrieben wird“, sagt der Bürgermeister. Die zusätzlichen Anschlüsse in bestehenden Netzen und der schrittweise Ausbau neuer Netze durch EPL zeigten außerdem, dass hier ein sehr gut geplantes Konzept verfolgt wird. „Zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit gehört ja auch, langfristig zu planen und zu optimieren“, fasst Heuer zusammen.